Archiv für die Kategorie „Miami 2008“

Berichte eines Süsswasser Staristos der Flotte TB Teil 6

Mittwoch, 23. April 2008

2008 Star World Championships

Miami, Florida, USA

Teil 6: „Der Letzte“

Am Donnerstag Abend nach dem letzten Lauf dieser WM war zum grossen “Award Dinner” im Coral Reef Yacht Club eingeladen. Unter freiem Himmel auf dem Rasen war für gegen 500 Personen aufgedeckt. Auf das Wetter ist in Miami anscheinend eher Verlass als auf unser hiesiges…

Die Hauptehrung des Abends galt den frischgebackenen Weltmeistern der Starklasse: Den “lockeren“ Mateusz Kusznierewicz und Dominik Zycki, welche mit 9 Punkten Vorsprung aus 6 Läufen wohlverdient zuoberst aufs Podest kletterten.

Frischgebackene Weltmeister Kusznierewicz/Zycki

Zweite wurden Diego Negri und Luigi Viale ITA, ihrerseits 10 Punkte vor Robert Scheidt und Bruno Prada BRA, den abtretenden Weltmeistern.

Flavio Marazzi und Enrico de Maria folgen bereits als Vierte mit 7 Punkten Rückstand auf BRA knapp ausserhalb des Podests. Aber sie haben sich damit das erste der noch übrigen 4 Olympiatickets für Qingdao 2008 geholt, damit ihr Ziel für diese WM bravourös erfüllt. Die übrigen Olympiatickets gehen an AUT, CRO und IRL.

Am Freitag war den ganzen Tag auf- und wegräumen angesagt. Viele Starboote mussten für den Containertransport nach Europa oder China vorbereitet werden. Viele wurden aber auch verpackt, um auf der Strasse ihren amerikanischen Heimathafen zu erreichen:

Strassentransport US-Style

Mein Fazit dieser WM? Nicht viel anders, als am Ende der ISAF WM 2007 in Cascais (siehe dazu auch: http://www.starfleet-tb.ch/archives/43):

  1. Die besten 20 der Welt sind noch einmal besser geworden, und betreiben den Segel- professionell konsequent als Spitzensport mit allen Begleiterscheinungen. Egal wie schwierig und trügerisch die Bedingungen auf dem Wasser und im Protestraum sind, sie finden immer eine adequate(re) Problemlösung.
  2. Ambitionierte Amateursegler haben sich auch in Miami immer wieder gut in Szene gesetzt. Sie können durch die Teilnahme an internationalen Regatten an der Aufgabe schnell wachsen. Dies gilt insbesondere für den Nachwuchs der Spitzen(sport)segler, der nie das in Miami beobachtete Weltniveau erreichen wird, ohne relativ  schnell in Tuchfühlung gehen zu können.
  3. Die Schweizer Starklasse war mit sechs Booten numerisch gut vertreten, mit dem 4. Platz von Flavio und Enrico auch qualitativ sicher im Auftritt. Trotzdem ist es keine Teamleistung geworden; einerseits, weil hinter Flavio und Enrico eine Riesenlücke klafft (27 Plätze bis Herik Dannesboe auf Rang 31 mit amerikanischem Vorschoter, 54 Plätze bis Gebrüder Stegmeier auf dem 60. Rang als nächstbeste Mitglieder der Flotte TB). Andererseits aber auch, weil diese Lücke zu überbrücken für den einzelnen Segler sehr schwierig ist und die Schweiz entsprechende nationale Strukturen (noch) nicht hat, und vielleicht aufgrund unserer nationalen Eigenheiten gar nie schaffen kann.

Für Spitzen(sport)segler wie ambitionierte Amateure gilt aber die klassische Seglerweisheit gleichermassen: Kopf runter, wenn Grossbaum oder Mast kommen!

Mastbruch